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Drosselfone und Drosselstar – machen Vodafone und Congstar bei der Drosselung mit?

Drosselfone und Drosselstar – Laut dem FOCUS sollen mittlerweile auch Vodafone und Congstar überlegen, ähnliche Wege wie die Telekom zu geben und die regulären Internet Anschlüssen ab einem bestimmten Volumen zu drosseln.  Die Pläne des danach als Drosselkom verspotten Unternehmens hatten im Frühjahr für viel Aufmerksamkeit gesorgt und das Interesse der Netzgemeinde und auch der Politik auf sich gezogen. Ab einem bestimmten monatlichen Volumen (75 Gigabyte im geringsten Fall) sollte der Internet Zugang in der Geschwindigkeit reduziert werden. Das betraf auch Kunden mit Alt-Verträgen, allerdings sollten die Änderungen frühestens 2016 umgesetzt werden.

Noch im Mai Dementis der beiden Unternehmen

Sowohl Congstar als auch Vodafone hatten im Zuge dieser Debatte erklärt, dass bei ihnen nicht gedrosselt würde. Das scheint sich im Laufe des Sommers geändert zu haben. Congstar Geschäftsführer Martin Knauer lies sich im April noch mit dem Satz zitieren: „Es gibt derzeit keine konkrete Planung für eine Drosselung von Breitband-Tarifen bei congstar“. Vodafone verkündete per Twitter ebenso „Aktuell haben wir keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden nach bestimmtem Verbrauch zu drosseln“. Wie genau die Pläne aussehen, ist noch nicht bekannt. Man wird sich aber zumindest in den Größenordnungen am Telekom Modell orientieren.

Congstar als Telekom Tochter könnte das Modell der Telekom auch direkt übernehmen. Vodafone ist das als eigenes Unternehmen eigenständiger, hat aber in der Vergangenheit immer wieder auf die Telekom mit vergleichbaren Konditionen reagiert. Die neue  Drosselung wird im Übrigen nur die DSL-Kunden betreffen. Im Bereich der Mobilfunkbereich, in denen mittlerweile fast jeder Tarif ohnehin mit einer Datenflat ausgestattet ist, sind Drosselungen ohnehin bereits an der Tagesordnung. Selbst im LTE Bereich (der richtig teuer ist) kommt man nicht um einen Drosselung herum. Falls die Änderungen auch Bestandskunden betreffen sollte, haben diese aber auf jeden Fall ein Sonderkündigungsrecht. Immerhin wird die versprochen und vertragliche zugesicherte Leistung mit der Drossel deutlich eingeschränkt.

Und was wird aus der Netzneutralität?

Es dürfte spannend werden ob über die beiden Unternehmen jetzt auch so ein Sturm der Entrüstung hereinbricht wie seinerzeit über die Telekom. Die Blogs hatten damals gesetzliche Festlegung der Netzneutralität gefordert und auf die Gefahren hingewiesen. Mit der aktuellen schwarzen Mehrheit im Bundestag dürfte das aber schwer werden.  Zumindest in einem Punkt hatten die Warner damals recht behalten: Die Telekom wird nur das erste Unternehmen sein, das drosselt, andere werden folgen.

Der Hintergrund ist klar: Drossel bedeutet eine neue Einnahmequelle. Die Unternehmen können weitere Upgrades verkaufen für Nutzer, die mehr Volumen brauchen. Für Familien, denen 75 Gigabyte im Monate nicht reichen, steigt dann der Preis für das Internet. Die Unternehmen freut es, die Kunden nicht. Aus diesem Grund ist der Gesetzgeber gefordert, denn der Markt alleine wird es wohl nicht regulieren. Leider gibt es derzeit keine Regierung und die Parteien, die gegen einen Drosselung waren sind entweder nicht mehr im Bundestag (FDP) oder haben den Einzug nicht geschafft (Piraten).  Wahrscheinlich wird daher in dieser Legislatur wenig in diese Richtung passieren.

 

(via Caschy)

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